Pete Townshend

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Pete Townshend

Pete Townshend ist zweifellos der musikalische Kopf der Who, denn fast alle Songs der Band stammen aus seiner Feder. Er ist der Autor der Rockoper Tommy, Quadrophenia, Lifehouse, The Iron Man oder auch Psychoderelict.

Townshend stammt aus einer Familie von Musikern. Sein Vater Clifford spielte Saxophon beim Tanzorchester der Royal Air Force und gründete nach dem Zweiten Weltkrieg die Squadronaires, eine erfolgreiche Band in England. Mutter Betty trat in den 1950er Jahren als Variete-Sängerin auf, Bruder Simon veröffentlichte bereits 1973 seine erste Single und hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten eine Reihe von CD's und LP's eingespielt. Sein Debutalbum Sweet Sound produzierte übrigens Pete. Emma Townshend, Petes älteste Tochter, wandelt auf Vaters Spuren und legte 1998 mit Winterland ihr Debutalbum vor.

Bekannt ist Pete Townshend wegen seiner atemberaubenden Bühnenakrobatik. Seine kreisenden Bewegungen mit dem rechten Arm, die sogenannten Windmühlen, seine Sprünge und vor allem das Zertrümmern der Gitarren waren und sind feste Bestandteile der Konzerte und ließen die Who zu dem Topact der Rockmusik werden. Anläßlich des Who-Konzertes am 31. Mai 1980 in der Münchner Olympiahalle empfing die Bild-Zeitung die Briten daher mit der Schlagzeile "Auf ihrem Weg liegen 3000 zerstörte Gitarren".

Die Arbeit Townshends wird oft auf nur wenige Songs reduziert: My Generation machte die Who berühmt, mit Tommy schafften er und die Band den Durchbruch, Quadrophenia festigte seinen Ruf als einen der größten Songwriter. Townshend hat unzählige Songs geschrieben, dabei aber nur einen wirklichen Solo-Hit produziert: Face The Face enterte auch die deutschen Charts 1985. Doch wer sich die Mühe nimmt, über diese zwei Alben und die wenigen weltberühmten Songs tiefer in das Werk des Gitarristen einzudringen, der stößt auf kleine Meisterwerke und Epen der Rockgeschichte. Die Presse liebte ihn dafür - allein der Spiegel widmet jedem Projekt Townshends seine Aufmerksamkeit, denn Townshend ist ein mehr als eloquenter Gesprächspartner.

Townshend berühmtestes Konzept ist Lifehouse. 1970 begonnen gelang es ihm erst im Februar 2000, das Projekt in seiner Ganzheit vorzustellen. Fast alle Songs waren unter Who-Fans seit 1971 bekannt, bildeten sie doch das Gerüst für Who's Next, ohne Zweifel eines der besten Alben der Who. Immer wieder schrieb er an dem Projekt - einige Songs mündeten in das Konzeptalbum Psychoderelict. Die ursprüngliche Geschichte spielt in einer Zeit, als Menschen nur noch über ein Netzwerk miteinander kommunizieren. Als seine Tochter Mary verschwindet, bricht der Hauptdarsteller aus diesem Netzwerk aus und begibt sich auf die Suche nach ihr. Er folgt der Stimme eines Radio-Piratensenders und gelangt zu einem großen musikalischen Ereignis, in dem das Publikum ein Teil des Konzertes außerhalb des Netzwerkes ist. Nach Meinung der Presse hatte Townshend mit dieser Geschichte bereits Anfang 1970 das Internet vorhergesehen. Pete selbst sehe dies nicht so, schreibt Matt Kent, Betreuer von Pete's Web-Site: Er halte Lifehouse vielmehr für ein einfaches Konzept, und seine Hoffnung sei es, dass mit Fertigstellung Ende 1999 jeder das ebenfalls so sehe.

Bereits zu Who-Zeiten hat Pete Townshend Solo-Alben veröffentlicht. Obwohl 1972 mit Who Came First und 1977 mit Rough Mix zwei Alben erschienen waren, bezeichnete er Empty Glass von 1980 als sein erstes richtiges Album. Mit Chineses Eyes wurde sein Konflikt als Songwriter für die Who und als Solo-Künstler deutlich. Während das 1982er It's Hard für Who-Verhältnisse eher enttäuschte, lieferte er mit seinem Solowerk Chinese Eyes wiederum ein kleines Meisterstück ab. Als logische Konseqenz lösten sich die Who fast folgerichtig Ende 1983 auf: "Meine Songs sind nicht mehr für die Who geeignet, deshalb werde ich nie wieder mit ihnen auftreten" (Musik Szene 5/1984). 18 Jahre später stand er beim mittlerweile dritten Comeback mit Daltrey und Entwistle wieder auf der Bühne, dieses Mal unterstützt durch seinen Bruder Simon, und die Who haben sogar erstmals seit mehr als zwei Jahrzehnten wieder neue Songs aufgenommen: Real Good Looking Boy und Old Red Wine, die beide zum Live-Set der 2004er-Tour gehören.

Ausschließlich Songs aus seiner Feder enthielt schließlich das erste Album der Who seit 24 Jahren. Mit Endless Wire bewies der Gitarrist, dass er nach wie vor briliante Songs schreiben kann.

2012 hat Pete Townshend seine Biographie Who I Am veröffentlicht, die auch in Deutschland erschienen ist. Zu diesem Buch gibt es auch ein von ihm vorgelesenes Hörbuch.

Heute vertreibt Pete Townshend seine Solo-Scheiben über seine eigene Web-Site www.eelpie.com.

Pete Townshend live

In den vergangenen Jahren hat Pete Townshend immer wieder vereinzelt Solo-Konzerte gespielt. Eine Ãœbersicht gibt es im The Who Concert Guide.

Zum Concert Guide

Discographie

Townshends erstes Solo-Album hieß Who Came First. Er selbst bezeichnete jedoch Empty Glass als sein erstes. Mit Face The Face hatte er 1985 einen Hit.

Discographie Pete Townshend

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