The Who

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Who's Who

Die Rollenverteilung war klar: Roger Daltrey schwang das Lasso, Keith Moon verprügelte die Drums, Pete Townshend sprang wie ein Irrer über die Bühne, ließ seinen Arm windmühlenartig kreisen, John Entwistle stand auf der Bühne und tat so, als ginge ihn das alles gar nichts an. Und am Ende gab's Kleinholz, weil The Who ihre Instrumente kurzerhand zerschlugen.

Die britische Rockgruppe The Who zählt fraglos zu den erfolgreichsten und einflussreichsten Bands der Rockmusik. Eine erste Formation um Sänger Roger Daltrey entstand bereits 1962, doch erst nach dem Einstieg von Schlagzeuger Keith Moon 1964 waren die High Numbers, wie the Who damals hießen, mit dem Gitarristen Pete Townshend und dem Bassisten John Entwistle komplett. Das Quartett hatte bereits in ihren Anfangsjahren große Erfolge mit ihren Auftritten, die Fans reagierten enthusiastisch auf den harten, kompromisslosen Rock und die Bühnenshow, bei der Townshend und Moon ihre Instrumente zerstörten. Am 15. Januar 1965 erschien mit I Can't Explain die erste Single unter dem Namen The Who, und bereits mit ihrer dritten Single, My Generation, gelang der Formation im November 1965 der erste große Erfolg. Im selben Jahr erschein auch die erste Langspielplatte unter demselben Titel. Weitere Hits in den 1960er Jahren waren Anyway, Anyhow, Anywhere, Substitute, I'm a Boy, Happy Jack, I Can See For Miles und Pictures of Lily. Ihre erste Amerikatournee 1967 umfasste auch einen Auftritt beim legendären Monterey Pop Festival im Juni.

In den Anfangsjahren standen The Who häufig nicht nur vor dem finanziellen Ende, sondern auch zwischen den Bandmitgliedern kam es angeblich immer wieder zu Streitereien. Doch Tommy änderte alles. Das im Mai 1969 veröffentlichte Album, eine Rockoper, wurde zum Welterfolg; die Gruppe führte das hauptsächlich von Townshend geschriebene Stück nicht nur während des legendären Woodstock-Festivals im August 1969 auf, sondern präsentierte das Doppel-Album auch in den berühmtesten Opernhäusern, so unter anderem am Metropolitan Opera House in New York City, dem Amsterdamer Concertgebouw, oder der Hamburger Staatsoper. Die Filmversion von Tommy unter der Regie von Ken Russell zeigte 1975 Roger Daltrey in der Titelrolle. Des weiteren spielten Ann-Margaret, Oliver Reed, Keith Moon, Tina Turner, Elton John, Jack Nicholson und Eric Clapton. Quadrophenia (1973), die zweite Rockoper von The Who, wurde 1979 ebenfalls verfilmt.

Weitere bedeutende Alben sind The Who Sell Out (1967), Live At Leeds (1970), Who's Next (1971), The Who By Numbers (1975) und Who Are You (1978). Nach dem Tod von Keith Moon 1978 wurde Kenny Jones Schlagzeuger der Band. Während der siebziger Jahre arbeiteten die Mitglieder der Gruppe öfters auch an Soloalben, das bisher letzte veröffentlichten The Who im September 1982.

Nach ihrer US-Tour entschied Pete Townshend 1982, die Band zu verlassen, und The Who lösten sich auf. Lediglich anlässlich des Live Aid Concerts in London 1985 reformierte sich die Gruppe.

1989 starteten The Who zum 25-jährigen Jubiläum eine erfolgreiche Konzerttournee. Doch erst seit 1996 waren Townshend, Daltrey und Entwistle wieder regelmäßig auf Tour. Während der Quadrophenia-Tour 1997 betraten The Who nach mehr als 16 Jahren auch wieder Bühnen in Deutschland. Neuaufnahmen für ein weiteres Studioalben verzögerten sich, als Bassist John Entwistle am Vorabend der US-Tour 2002 überraschend starb. Dennoch waren erstmals zwei neue Songs auf dem im März 2004 veröffentlichten Sampler Then and Now zu hören.

Im Jahre 2005 traten The Who ein wenig kürzer, bis auf das Live 8 Konzert sowie einer weitere Show passierte nicht viel. 2006 und 2007 starteten Daltrey und Townshend dann aber richtig durch: im Juni 2006 veröffentlichten sie mit Wire and Glass rechtzeitig zur Europatour eine neue Single, und im Oktober überraschten sie die Fans mit dem gelungenen Endless Wire, dem ersten Studioalbum seit 24 Jahren. Bis Juli 2007 waren die beiden Rockstars dann mit John Rabbit Bundrick, Zak Starkey, Pino Palladino und Simon Townshend 13 Monate auf Tour. Dabei spielten sie auch insgesamt acht Konzerte in Deutschland.

2008 folgte eine weitere Tour durch die USA, bevor die Band mit drei Konzerten zu Weihnachten in London das jahr abschloss. Kleinere Tourneen durch Japan und Australien folgten in den beiden Folgejahren. Große Aufmerksamkeit erhielten Townshend und Daltrey durch ihre Aufritte während des Finale des Super Bowls in den USA 2011 sowie während der Abschlussfeier der Olypmischen Spiele in London 2012. Hier beendeten The Who mit einem phänominalen Medley die Sommerspiele.

2012 und 2013 standen Townshend und Daltrey für eine ausgedehnte USA-Tour wieder auf der Bühne. Hier präsentieren sie erneut ihre Rockoper Quadrophenia. Im Juni und Juli 2013 gaben sie einige Konzerte in England, Holland und Frankreich.

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