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Geschafft: Teil 3 von Maximum Rock

Maximum Rock Teil 3Geschafft. So mag sich Christoph Geisselhart gefühlt haben, als er endlich sein dreibändiges Mammutwerk "The Who - Maximum Rock" im Herbst dieses Jahres fertiggestellt hatte. So aber fühlt man auch als Leser nach dem Lesen der letzten Seite der über 1300 Seiten starken Who-Biographie, von der jetzt der dritte Teil erschienen ist. Er behandelt die Jahre Jahre nach Keith Moons Tod, also von 1979 bis 2009.

Teil drei setzt unmittelbar nach dem Tod Keith Moons an. Christoph Geisselhart, selbst ein riesengroßer Who-Fan, beschreibt ausführlich Rogers Probleme mit Kenney Jones, die Tragödie von Cincinnatti, die verschiedenen Comebacks der Band sowie die verschiedenen Alben von Face Dances bis hin zu Endless Wire. Ein Interview mit Pete Townshend vom März 2009 rundet das dieses Mal rund 460 Seiten starke Buch ab.

Nicht fehlen darf natürlich John Entwistles Tod im Juni 2002. Dabei gelingt es dem Autor aufzuzeigen, wie rapide sich der Gesundheitszustand des Ausnahmebassisten in den letzten Jahren seines Lebens verschlechterte. Es wird auch deutlich, dass Entwistle offenbar Zeit seines Lebens unter Geldmangel litt, weil er mehr als großzügig sein hart verdientes Geld für Tourneen und Alkohol aus dem Fenster warf. Lobenswert: Dem Autor gelingt es eindrucksvoll und beweiskräftig, Pete Townshend vom Vorwurf der Pädophilie freizusprechen - eine Anklage, die Who-Fans sowieso nicht geglaubt haben.

Das alles ist einmal mehr ausführlich beschrieben, doch nach den bereits endlos vielen Seiten der ersten beiden Bände ermüdet diese extrem lange Biographie der Who zusehends. Die fast durchgängigen Themen: Geldsorgen, Alkohol-, Drogen- sowie Gesundheitsprobleme der Bandmitglieder. Irgendwann fragt man sich, gibt es da nichts Interessantes? Zwar stammt vieles aus unterschiedlichen Quellen und man bewundert die Arbeit, die sich Christoph Geiselhart gemacht hat, doch leider scheinen es nicht immer die spannendsten Quellen gewesen zu sein. Vieles ist einfach nur Vermutung, vieles ist viel zu kleinteilig. So interessiert es mich wirklich überhaupt nicht, wann John Entwistle beispielsweise Alison Rowes, jene Nachtclubtänzerin, mit der John die letzten Stunden seines Lebens verbracht hat, kennenlernte. Es interessiert mich auch nur bedingt, was und mit wem die Ex-Frauen des Bassisten nach ihrer Zeit mit John gemacht haben. Am Ende erwische ich mich dabei, wie ich nur noch zwischen den Zeilen lese und einfach ganze Passagen überspringe.

Hauptproblem: Die Geschichte der Who basiert vorrangig auf Sekundärquellen, mit Roger hat Geisselhart offenbar überhaupt nicht gesprochen, mit Pete wohl erst am Ende das abgedruckte E-Mail-Interview geführt. Dafür kommen Godfrey Townshend, Simon Philips und einige andere zu Wort, doch was können die eigentlich wirklich über The Who mitteilen? Da stimmt das Verhältnis nicht.

Auch wenn das negativ klingt - trotz des durchwachsenen Eindrucks ist die Triografie ein insgesamt ausgezeichnetes Werk. Es hat zwar Längen und weniger wäre wesentlich mehr gewesen, doch Hardcore Fans der Who können bedenkenlos zugreifen. Niemals zuvor hat man soviel Interessantes über diese phantastische Band gelesen, in deutscher Sprache schon gar nicht. Und Maximum Rock ist besser als das meiste, was bisher im englischsprachigen Raum über die Band veröffentlicht wurde. Es lohnt sich allemal.

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